Kohleträne

Bei einem Glasbläser in Thüringen hat der 70-Jährige 30 Exemplare in Auftrag gegeben. Zum bevorstehenden Ende des Bergbaus in Ibbenbüren und Mettingen 2018 wollte er ein besonderes Erinnerungsstück an die Zeche schaffen. Gläserne Tränen um die Kohle: ein passendes Symbol für den Abschied. Denn im kommenden Jahr endet für die gesamte Region eine große Tradition. Eine Tradition, die es aber auch mit kleinen Utensilien präsent zu halten gilt. Die Träne drückt dabei einerseits Trauer über den Abschied der Kohleförderung aus. Zugleich ist es aber auch ein kleines Stück Erinnerung, das jeder bei sich tragen kann.

„Ich habe mich intensiv mit dem Bergbau beschäftigt“, erzählt der Künstler, der Mitglied des Welbergener Kreises ist. In seiner Nachbarschaft in Schlickelde waren fast alle beim Pütt beschäftigt. Daher sei oft über die Zeche und die Arbeit dort gesprochen worden. Da wurde schnell klar, welche Bedeutung der Bergbau für die Region hat. Und so kam er schließlich auf die Idee mit der Glasträne. Von einem Nachbarn hat Hartmann auch die kleinen Kohlebrocken zum Befüllen bekommen. „Die habe ich in meiner Werkstatt mit einer Kanonenkugel aus dem Mittelalter gemahlen“, berichtet Hartmann.

Auf die Glasbläserei im thüringischen Lauscha ist Thomas M. Hartmann durch seinen Bruder gekommen. Der war Glashistoriker und hatte unter anderem eine Enzyklopädie über Glasmarken geschrieben. „In Lauscha wurden regelmäßig Workshops angeboten“, sagt der Künstler. Für seine Idee, ein Sinnbild zum Ende des Ibbenbürener Bergbaus zu entwickeln, habe er sich an den Betrieb erinnert. Hartmann fragte dort nach, ob sie eine mit Kohle gefüllte Glasträne liefern konnten. Er erhielt die Zusage und schickte daraufhin die kleinen Tütchen mit dem feinen Staub nach Thüringen. Ein Glasbläser schuf die rund zwei Zentimeter große Träne mit einem kleinen Anhängerhaken und füllte sie mit der Kohle. Nach dem die Firma den Prototyp gefertigt hatte, bestellte Hartmann schließlich zunächst 30 Stück.

Jetzt wieder bei uns erhältlich! (So lange der Vorrat reicht)

Zurück